Die Standesregeln sind Verhaltensvorschriften welche sich in erster Linie an die Mitglieder des Freiburgischen Anwaltsverbandes richten. Mit Rücksicht auf ihren Inhalt, welcher bis anhin gewohnheitsrechtlichen Charakter hatte, richteten sie sich an sämtliche im Kanton Freiburg tätigen Anwältinnen und Anwälte.

Mit Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (nachstehend: BGFA) verbleiben die Standesregeln selbstverständlich anwendbar für die Mitglieder des Anwaltsverbandes und werden zudem zur Auslegung der in Art. 12 BGFA vorgesehenen Berufsregeln herangezogen. Das BGFA findet Anwendung auf alle in der Schweiz praktizierenden Anwältinnen und Anwälte.

Die Standesregeln bestimmen detailliert das Verhalten der Anwältin oder des Anwaltes gegenüber den Behörden, dem Publikum, seinen Klienten und Berufskollegen. Sie bilden einen Ehrenkodex der die korrekte Funktion der Berufsausübung und also der Justizvorgänge will, auf dass die Interessen der einzelnen in richtiger und erheblicher Weise geschützt werden. Diese zuvorderst verbandsinternen, aber dennoch allgemeingültigen Regeln sind für die Klienten des Anwaltes von grosser Bedeutung. Sie können sich auf diese Regeln berufen und von der Anwältin oder vom Anwalt, welche Mitglieder des Verbandes sind, deren Einhaltung verlangen. Die Standesregeln enthalten in ausführlicher und sie konkretisierender Weise die in Art. 12 und 13 BGFA für sämtliche in der Schweiz tätigen Anwältinnen und Anwälte geltenden Grundregeln: die sorfältige Mandatsführung (Art. 17 und 5 der Standesregeln), die Unabhängigkeit (Art. 3 Abs. 2, 4 Abs. 1, 10, 23, 25, 26, 27, 28, 30, 31, 33 und 34 der Standesregeln), das Berufsgeheimnis (Art. 6, 7, 17 Abs. 1, 21 und 36 der Standesregeln).

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